Kandidaten werden auf das Medizinstudium vorbereitet

KAP bietet Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung an

 

Das Programm

 

– Physik, Mathematik, Biologie und Chemie : Konzept und Ausführung

In Zusammenarbeit mit der Fakultät für Medizin der Universität Namur bietet die KAP von November 2019 bis Mai 2020 Kurse in den Fächern Physik, Mathematik, Biologie und Chemie an. Diese Kurse verfolgten den Zweck; interessierte Kandidaten darauf vorzubereiten, die Aufnahmeprüfung für das Medizinstudium zu bestehen. Bekanntlich wird eine solche organisiert, anhand derer entschieden wird, wer in Belgien überhaupt zum Medizinstudium zugelassen wird. Die Medizinstudenten in Deutschland müssen u.a. den Numerus Clausus (NC) überwinden, um zum Studium zugelassen zu werden.

 

Die Fakultät für Medizin der Universität Namur hat die Unterlagen auf Basis der letzten Aufnahmeprüfungen neu entworfen. Auf dieser Basis finden die Vorbereitungen in Eupen statt. Die Autoren der Syllabi haben ausdrücklich ihr Einverständnis gegeben, diese Materialien nutzen zu dürfen.

 

– Kommunikation und Ethik : Konzept und Ausführung

Da die Aufnahmetests auch ein Kapitel zum Thema Kommunikation und Ethik umfassen, ist es erforderlich, für die deutschsprachigen Studenten einen Kurs in Französisch auf Hochschulniveau durchzuführen. Die dem Test zugrundeliegenden Texte sind sprachlich absolut nicht einfach zu verstehen gewesen, sodass ein besseres Textverständnis erforderlich ist, um diesen Teil des Tests überhaupt bestehen zu können. Französzisch auf Abiturniveau reicht voraussichtlich nicht aus.

 

Das detaillierte Programm findet Ihr als PDF-Dokument mit Angaben von allen Daten mittels Klick auf den Button „Programm 2020“

 

Die Unterlagen sind in französischer Sprache geschrieben. Die Kurse werden in Französisch abgehalten. Grund: die Aufnahmeprüfungen werden in Französisch durchgeführt. Daher ist es sinnvoll, sich frühzeitig daran zu gewöhnen, dass die Prüfungen und die Unterrichte in dieser Sprache stattfinden. Allerdings wird den Interessierten eine Erklärung/Übersetzung in Deutsch angeboten, falls die Verständnisprobleme sprachlicher Art sein sollten.

 

Bis zu 157 Stunden  für das gesamte Programm

Die KAP hat Thomas Zweber (Mathematiker und Physiker) für die Kurse in Physik und Mathematik und Frau Nicole Schneider (Tierärztin) für die Kurse in Biologie und Chemie gewinnen können.132 Stunden sind für die wissenschaftlichen Fächer vorgesehen, und 25 Stunden für C1-Französisch (schriftlich). Diese Stunden finden außerhalb des klassischen Schulprogramms statt. Die Unterrichte finden hauptsächlich samstags teils aber auch während der Osterferien statt.

 

Jeder interessierte Kandidat nimmt an den Unterrichten teil, bei denen seiner Meinung nach ein Bedarf besteht. Keiner ist verpflichtet, das gesamte Programm zu absolvieren. Die Anwesenheit liegt in der Eigenverantwortung der Teilnehmer. Zehn Teilnehmer haben sich bis dato angemeldet.

TERMINE

November – Mai

Samstagsnachmittags

Freitag, den 27.12.2019

Dienstag und Mittwoch, den 14. + 15.04.2020

VERANSTALTUNGSORTE

Eupen

Auswertung des Programms 2019 aus Sicht der Betreuer und einiger Teilnehmer

 

– War das Programm angemessen oder zu schwer?

Mathematik und Physik: In der sehr kurzen Zeit war das eine Menge Stoff für die Teilnehmer. Sie haben dabei nicht nur ihr Schulwissen vertieft, verschiedene haben auch eine Menge Neues gelernt. Besonders der Physikunterricht schien angesichts seiner Komplexität als schwierig im Verhältnis zu den Prüfungsfragen.  Die Universität Namur ist dabei, diesen Kurs zu überarbeiten. Das überarbeitete Modell sollte im kommenden Schuljahr angeboten werden. Biologie und Chemie: das Programm war nicht zu schwer, da es sich hauptsächlich auf bereits Gelerntes basierte und dieses vertiefte.  Daraus ergibt sich die Erkenntnis, dass nur bestimmte Fachrichtungen an den Sekundarschulen die Jugendlichen darauf vorbereiten können, für ein Medizinstudium zu optieren. Und auch dann ist ein Zusatzangebot, so wie es die KAP getan hat, sinnvoll. Denn nur ein begrenzter Teil der Übungen, die sich jedem Kapitel anschlossen, konnte ohne Hilfe bewältigt werden. Wichtig war für die Teilnehmer, dass sie mit der Art der Fragestellung vertraut gemacht werden konnten. Sie lernten dabei, eine Strategie zu entwickeln, wie am besten auf die Fragen zu antworten sei.

 

Organisatorische Fragen:

Es scheint erforderlich zu sein, nicht nur die Kurse anzubieten, sondern auch den Studenten zur Seite zu stehen wenn sie sich für die Aufnahmeprüfungen eintragen sollen.  Ihnen ist die komplexe administrative Prozedur eher wenig vertraut. Die französische Sprache hat den meisten Teilnehmern keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bereitet. Dennoch wird angesteuert, im kommenden Jahr auch ein Trainingsprogramm für Französisch als Schriftsprache anzubieten. Damit kann erfahrungsgemäß das Lesetempo und das Leseverständnis gesteigert werden. Es ist dies ein besonders nützlicher Effekt, wenn im ersten Jahr an der Hochschule oder der Uni Unmengen an Lernstoff in Französisch zu bewältigen sein werden.

 

Es wird angepeilt, im kommenden Schuljahr früher mit diesem Programm zu starten, das wöchentliche Angebot etwas „luftiger“ zu gestalten und einige Pufferzonen einzurichten, damit mehr Raum bleibt für Fragen zu komplexeren Themen. Zu Beginn des Jahres erhält der Teilnehmer eine Übersicht über alle Themen. Er legt dann fest, zu welchen Themen er dabei sein möchte und meldet sich nur für diese Themen an.

TEILNEHMER-FEEDBACK

Else Cogan, emiritierte Professorin der ULB, wirft die Frage auf, ob die Bewertung der Empathie im Rahmen der Aufnahmeprüfungen für Medizinstudenten überhaupt Sinn macht. Die wissenschaftlichen Kenntnisse abzufragen, könne ja Sinn machen, doch gilt laut der Professorin die Bewertung der Empathie bei 18jährigen mittels eines Fragebogens mit verschiedenen Antwortmöglichkeiten  als unangebracht und diskriminierend. Alle Studien hätten ergeben, dass bei 18jährigen die Empathie bei den jungen Damen immer höher liegt als bei den jungen Männern. Im Verlauf des Studiums jedoch nähme die gefühlsbetonte Empathie bei den jungen Frauen kontinuierlich ab während sie sich bei den jungen Männern progressiv aufbaut. Immerhin sei dies ein Thema, das erst während des Studiums fachgerecht erarbeitet werden kann und nicht bereits zu Beginn vorliegen muss.  
Else Cogan, emiritierte Professorin der ULB
Else Cogan, emiritierte Professorin der ULB

Wer mehr zur Stellungnahme der Professorin lesen möchte, kann dies gerne tun indem er klickt auf: Auszug aus LE SOIR, 13. August 2019